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Streuner George - der Katzenmann

Sabine Stolten - Streuner George - der KatzenmannSabine Stolten

George ist ein »halbstarker Kater« mit trauriger Vergangenheit. Viele Monate seines noch jungen Lebens verbrachte er im Tierheim.
Von anderen Katzen hört er, dass es ein anderes Leben gibt – sie hatten eine Menschenfamilie, manche lebten sogar in einem Haus mit großem Garten und viel Freiheit zum Mäusejagen.
Kurz bevor er die Hoffnung auf ein solches Leben aufgeben wollte, geschieht es doch. Er wird adoptiert und darf sein unfreiwilliges Gefängnis verlassen. Keine Gitterstäbe mehr, keine kalten Fliesen und ewige Langeweile.
In seinem neuen Zuhause lernt er Miss Elli kennen – eine etwas verwöhnte, aber erfahrene Katzendame, die ihm das Leben zunächst schwer macht.
Doch dann freunden sie sich langsam an und George ist voller Hoffnung.
Bis zu dem Tag, als »seine« Menschen eigene Pläne haben und eine Entscheidung treffen …

ISBN: 978-3-95509-215-3
Paperback
Buchformat: 12,0 x 19,0 cm
124 Seiten
Erschienen: 13.03.2017
Ab 6 Jahren
Artikelnummer: 3955092151
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Preis: 9.90 EUR

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  • Wir schreiben das Jahr 2015 ...

    Es war an einem Tag im April, um genau zu sein, es war der 19. April 2015.
    Ich weiß nicht genau, wie lange ich hier schon hinter Gittern sitze. Ein Tag reiht sich an den anderen und meine Lichtblicke sind das Futter, um das ich in Freiheit immer kämpfen musste. Jetzt wird es mir, ohne Konkurrenz, serviert. Minni ist natürlich auch noch da, aber die hat ihr eigenes Schälchen. Ohne Minni wäre es hier noch langweiliger und diese komischen, großen Tiere - Minni sagt, sie nennen sich Menschen - tun mir nichts, machen mir aber viel Angst. Die meiste Zeit sind wir aber allein und Minni ist ganz lustig. Wie auch ich – noch nicht ausgewachsen und sehr klein, aber lustig. Manchmal bringt sie mich zum Lachen, auch wenn mir oft zum Weinen ist. Durch eine Klappe gelange ich in ein kleines Gehege, dort steht ein großer Kratzbaum, auf dem ich meine Tage, Wochen, Monate verbringe und sehnsüchtig in die Freiheit schaue.
    Wo ist meine Mama, wo sind meine Freunde …?
    Wie gesagt, es ist der 19. April 2015 und der Tag, an dem sich mein Leben grundlegend verändern sollte, und nicht nur meines. Wer hätte das gedacht. Minni hat die Tierpflegerin noch Tage vorher im Tierheim sagen hören, den Elliot, den vermitteln wir nie. Minni versteht menschisch; ich auch etwas nach der langen Zeit hier, aber weniger.
    Doch sie sollte sich geirrt haben.
    Am 19. April also klingelt es mal wieder an der Tür des Tierheims. Es ist später Nachmittag, zwei Menschen kommen mit der Pflegerin in unseren Raum und unterhalten sich. Erst wird mit Minni gespielt und dann schaut mich die Menschin an und fragt nach mir. Die Pflegerin erzählt, dass ich schon ein halbes Jahr hier lebe, Elliot heiße, ca. ein Jahr alt bin und dringend ein Zuhause suche. Der zweite Mensch ist ganz begeistert von Minni, aber die Menschin schaut mich an, und ich sehe Verständnis in Ihrem Blick, traue mich aber nicht, sie weiter anzuschauen, sondern verstecke mich noch mehr in meiner Katzenhöhle.
    Die beiden Menschen berichten, dass ihre alte Katze verstorben sei und ihre drei Jahre alte Katze Miss Elli - was für ein Name - einen vierbeinigen Freund sucht.
    Der Mensch sagt: »Minni wäre doch ideal für Miss Elli!«
    Aber die Menschin hört kaum hin, sondern sieht mich noch einmal an und sagt: »Ja, aber Minni findet schnell ein Zuhause, Elliot sicher nicht, der ist viel zu scheu.«
    »Okay, wir überlegen es uns«, sagt der Mensch, und alle verlassen wieder unseren Katzenraum. Minni schaut mich an und sagt, dass einer von uns bald ein Zuhause hat. Aber was heißt das, ein Zuhause haben?
    Na, es gibt erst einmal Futter und wir beide machen uns darüber her und die Menschen sind vorerst vergessen.
    Zwei Tage später kommen sie wieder und Minni und ich werden ganz aufgeregt. Was passiert denn da? Ich höre etwas, kann es aber nicht richtig verstehen, da ich im Außengehege auf meinem Kratzbaum sitze. Ich sehe nach drinnen und der Blick der Menschin und meiner begegnen sich, und ich habe ein neues Gefühl, kann es aber nicht beschreiben. Dann gehen sie wieder und Minni erzählt mir aufgeregt, dass ich morgen abgeholt werde. Es scheint, ich bin der Auserwählte.

    Ich bin sprachlos und weiß nicht, was Sache ist.
    Am nächsten Morgen, nachdem ich meinen Aussichtsplatz im Gehege verlassen will, weil es Futter gibt, werde ich beim Verlassen der Katzenklappe zum Katzenraum auf einmal im Transportkorb eingefangen. »He, was soll das?! Ich will hier raus!« Angstvoll schaue ich mich um: »Was wollen die denn von mir? Beim letzten Mal, als ich eingefangen wurde, bin ich hier gelandet und wo lande ich jetzt?« Mein Herz klopft immer schneller und meine Angst wird immer größer, leichte Panik macht sich breit.
    »So, Elliot, du wirst gleich abgeholt, keine Angst«, sagt die Tierpflegerin, lässt mich im Korb sitzen und verschwindet wieder. »Abgeholt, aber wohin? Lasst mich raus, ich hasse es, hier eingesperrt zu sein!«
    Da taucht Minni vor meinem Transportkorb auf und flüstert mir zu: »Elliot, erinnere dich an die beiden Menschen, du kommst sicher in dein neues Zuhause.«
    »Ach so, aber Minni, ich hab solche Angst …«
    Da öffnet sich wieder die Tür und die Pflegerin und die freundliche Menschin tauchen auf und nehmen mich mit. Im Rausgehen raunt Minni mir zu: »Viel Glück, Elliot, du hast es geschafft.« Ein letzter aufmunternder Blick von ihr und die Tür geht wieder zu.
    Unsere Katzenpflegerin und die Menschin unterhalten sich noch, aber ich verstehe kein Wort, bin einfach zu aufgeregt. Dann schaut mir meine »neue Freundin« in die Augen und sagt zu mir: »Elliot, keine Angst, wir fahren jetzt nach Hause.« Sehr energiegeladen schwingt sie meine Transportbox auf den Beifahrersitz - tolles Wort, hat mir Minni beigebracht - und startet den Wagen. Ich mag sie, aber mir ist angst und bange; wer weiß, wo ich lande.
    Das Auto hält und wir steigen aus, besser gesagt, ich werde getragen. Eine Haustür schwingt auf und schon stehe ich, nein - eigentlich hocke ich in meinem neuen Leben. Ich werde abgestellt und kann mich etwas umsehen. Aus einem sonnigen Raum kommt eine Katze auf mich zu. »Ah, das wird Miss Elli sein.« Sie sieht mich an und faucht entsetzlich.
    »Oh je, begeistert ist aber was anderes.« Meine Beschützerin redet mit Miss Elli und dann geht es mit Schwung eine Treppe hinauf in ein Badezimmer. Es ist ein kleiner Raum, aber meine Menschin erzählt mir, so würde ich mich erst einmal sicherer fühlen. Sie stellt einen Wassernapf, einen Futternapf und ein Katzenklo hinein, dann öffnet sie die Tür meiner Katzenbox und lässt mich allein. Tja, nun sitze ich hier und alles riecht fremd und macht mir Schisser natürlich Angst ohne Ende.
    Das Beste ist, ich bleibe erst mal hier im Korb sitzen, dann kann mir nichts passieren. Neugierig lausche ich auf Geräusche, denn die Tür ist nicht verschlossen. Irgendwo im Haus höre ich Pfoten über Laminat laufen - was ich schon für Worte kenne, unglaublich - das wird Miss Elli sein. Ein Lachen aus der Küche hört sich nach meiner Beschützerin an. Dann höre ich die Haustür. Sie wird aufgeschlossen und der Mensch poltert ins Haus und erzählt viel, verstehen kann ich aber nichts. Dann kommt er die Treppe hoch, oh je, und immer näher und schon steht er vor meiner Katzenbox und schaut mich an. Freundlichkeit liegt in seiner Stimme, als er flüstert: »He Elliot, da bist du ja. Mach dir keine Sorgen, hier tut dir keiner etwas. Alles wird gut.« Dann ist auch er wieder verschwunden. Hin und wieder taucht mal sie oder mal er auf, na ja, die »müssen« natürlich auch mal. Ansonsten bin ich allein, Miss Elli ist bisher noch nicht hier gewesen. »Ist das gut?«
    Langsam wird es immer dunkler und die beiden Menschen gehen ist Bett, natürlich nicht, ohne sich von mir zu verabschieden. Miss Elli höre ich auch, sie scheint tatsächlich mit den Menschen ins Bett zu gehen, das heißt in einen Korb, denn ich höre es knacken. Eindeutig Weide, langsam kenne ich mich aus mit Katzenkörben. Wahrscheinlich träumt sie selig, ach, könnte ich das nur auch einmal. Im Moment habe ich tierischen Hunger, denn das Futter habe ich nicht angerührt, war einfach zu gefährlich. Aber jetzt, wo alles ruhig ist, könnte ich es mal wagen.


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