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One drop of Love - Wenn Träume fliegen lernen

Blerina Markaj - One drop of Love - Wenn Träume fliegen lernenBlerina Markaj

Weihnachten 1994. Ein kleines Mädchen verlässt mit der Mutter ihr Zuhause. Der Weg führt über Italien in die Schweiz. Sie sind auf der Flucht vor einem Krieg, dem die ganze Welt wie ohnmächtig zusieht. Hilfreiches Eingreifen scheint selten und kommt viel zu spät.

Mit sich nimmt sie Erinnerungen, die den Alltag in der neuen Fremde wie einen wirren Traum erscheinen lassen. Das Reale wird unwirklich und verblasst neben der rohen Wunde, die vergangene Ereignisse in die Seele gerissen haben.

Willkommen sind die Überlebenden nicht. Täglich sieht sich das Mädchen Anfeindungen ausgesetzt und bleibt auch über Jahre hinweg »die Fremde«.
Emotionen, die aus unzähligen Verletzungen geboren werden, sind unberechenbar und wenden sich oft gegen den Fühlenden.
Doch sie gibt nicht auf und lernt, dass Schmerz ertragen, Stärke schenkt.

Eine poetische, kraftvolle Erzählung, deren Schönheit und Mut tief unter die Haut geht.

ISBN: 978-3-95509-048-7
Paperback
Buchformat: 12,0 x 19,0 cm
72 Seiten
Erschienen: 10.9.2014
Ab 10 Jahren
Artikelnummer: 3955090485
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  • Markaj, Blerina- One drop of Love - Wenn Träume fliegen lernen

    Blerina Markaj

    Über mich / Rhythmus in den Zeilen

    Wer ich bin? Nun ja, am besten erkläre ich das anhand von dem, was ich tue. Ich beschloss, meinen Idealismus und den angehäuften Tatendrang in eine konkrete Bahn zu lenken. Also begann ich das zu tun, was ich schon immer gut konnte: Meine Ideen und Visionen festzuhalten, meine Neugier nach Wissen zu befriedigen und zu schreiben - sei es in Form einer journalistischen Tätigkeit oder in Form literarischer Beiträge.

    Heute mehr denn je bin ich davon überzeugt, dass Journalisten die Stimme der Öffentlichkeit sind. Dies birgt grosse Chancen, aber auch eine ebenso grosse Verantwortung für die Gesellschaft. Dieses Ziel verfolge ich schon seit einiger Zeit konsequent und mit starkem Bestreben zur Bestleistung.


  • Der kalte November

    Draußen ist es bereits dunkel und die ersten Regentropfen fallen vom Himmel herab. Die farbigen Blätter verzieren den Boden mit Glanz. Gänsehaut an meinem Körper, eisgefrorene Hände und Füße. Wie lange sitze ich wohl schon hier? Ich schaue auf die Uhr und sehe, wie schnell die Zeit vergeht. Der Weg zum Hauptbahnhof kommt mir endlos lang vor und der Regen wird immer stärker. Meine Kleider sind nass, der Regen tropft auf meine Haare und meine Wimperntusche läuft mir über die Wange. Vereint mit Mutter Natur. So muss es sich wohl anfühlen, eine Meerjungfrau zu sein. Mit ihrer glänzenden Flosse, den schönen langen Haaren und ihrem makellosem Körper gleitet sie durch den Ozean. Die Meeresanbeterin mit unendlicher Schönheit. Sie lebt in Freiheit, Unabhängigkeit und Grenzenlosigkeit.
    Wie gern würde ich durch den Ozean schwimmen. Eine Liebe zur Natur, eine Liebe so groß, dass sie kaum zu beschreiben ist. Eine Liebe gegen jede Vernunft. Das Erleben der ersten Liebe, das Verlieren der Unschuld. Es gibt Tage, an denen ich einfach wegrennen will, ganz weit weg, ohne zurückzublicken. Ich will meinen Zielen entgegengehen. Doch das Einzige, was ich sehe, sind weiße Wände, weil keiner den Mut hat, anders zu sein. Die Kunst lieg darin, der Welt zu verzeihen. Ich schreie, doch kein Ton geht über meine Lippen. Ich laufe, doch ich kriege keinen Fuß vor den anderen. Ich will jemanden berühren, doch das Gefühl in meiner Hand hat mich verlassen. Was mir geblieben ist, ist mein Mut, mein Mut, jemandem gegenüberzutreten und die Stirn zu bieten.
    Ich werde durch mein Leben springen. Und auch wenn ich eines Tages fallen sollte, dann weiß ich, wofür ich das Ganze getan habe, für die Zeit, die vor mir liegt und für die Vergangenheit, die mich vergessen lässt. Denn irgendwann, wenn sich ein neues Kapitel öffnet, muss man etwas loslassen, um neu anzufangen. Hindernisse sind nur Stufen auf dem Weg nach oben. Ich gehe den Weg, den ich schon immer gehen wollte. Ich werde vieles zurücklassen und ich weiß, dass die Menschen, die mich lieben, da sein werden, wenn ich wieder zurückkomme. Durch unsere Entscheidungen definieren wir uns selbst. Allein durch sie können wir unseren Worten und Träumen Bedeutung verleihen. Allein durch sie können wir aus dem, was wir sind, das machen, was wir sein wollen. Auch die Kraft, der Mut und der Glaube haben ihre Grenzen.
    Es sind die Erinnerungen, die mich bewegt haben und nicht zuließen, dass ich in meiner Vergangenheit ersticke. Wir glauben, Erfahrungen zu machen, aber es sind die Erfahrungen, die uns machen. Ich will rennen, einfach rennen und sehen, was auf der anderen Seite dieser Welt auf mich wartet. Ob mir Menschen aus der Vergangenheit begegnen, ob sie mir ein Gefühl der Vertrautheit vermitteln. Ich habe Angst. Angst vor der Nacht, weil ich manchmal das Gefühl habe, ich könnte in der Dunkelheit verloren gehen, und wenn das niemand bemerkt, dann bin ich einfach verschwunden. Ich habe Angst zu sprechen, weil niemand zuhört, wenn ich ganz leise vor mich hinmurmle. Immer schneller und lauter, bis ich schreie und keine Luft mehr kriege, weil mir die Worte die Luft abschnüren und ich an dem Gesprochenen ersticke.
    Manchmal habe ich Angst vor dem Einschlafen, weil ich nicht träumen will, denn manchmal stirbt in meinen Träumen etwas, was am nächsten Morgen fehlt und für immer verschwunden bleibt, egal wie tief ich tauche, um danach zu suchen. Und manchmal habe ich Angst vor dem Aufwachen, weil meine Geschichten dann mit den ersten Sonnenstrahlen ineinander brechen und ich nicht weiß, ob sie überlebt haben oder ob sie untergegangen sind. Ich habe Angst davor, dass mich Menschen vergessen. Dass sie sich irgendwann nicht mehr an mich erinnern werden. Manchmal fallen Worte, die ich nicht sagen wollte. Manchmal muss ich lachen, obwohl es unangebracht ist. Manchmal verlassen mich Menschen, die ich liebe. Manchmal fließen Tränen, obwohl ich sie nicht zeigen wollte. Manchmal passieren Dinge, die ich nicht will. Das Mädchen ohne Herz, das Phantom ohne Gesicht, das Lachen ohne Glück, der Schatten ohne Licht, die Sehnsucht nach mehr, der Abgrund ohne Tiefe, das Ende ohne Anfang. Und vielleicht, weil hier ein Herz aus Stein zu Hause ist. Ich bin verrückt, weil ich glaube, dass alle Menschen irgendwo etwas Gutes in sich haben, weil nichts aus Zufall passiert, weil ich mein Leben für ein Märchen halte. Ein Märchen, indem alles irgendwie eine gute Wendung nimmt. Ich bin verrückt, weil ich den Regen liebe, den Klang, wie die Tropfen an der Scheibe runterlaufen.
    Manche sagen ich sei verrückt, weil ich über alles lache. Aber eigentlich sind alle anderen verrückt, weil sie das Leben verpassen, weil sie an ihrem Glück vorbeilaufen, weil sie vor der Wahrheit weglaufen und weil sie ihre Zeit mit Lügen und Intrigen vergolden. Ja wir leben in einer Welt, in der Menschen vorgeben etwas zu sein, was sie nicht sind und wahrscheinlich niemals sein werden. Ich spüre, wie sich diese Geschichte langsam dem Ende naht und ich sehe, wie sich das Blatt wendet. Hand aufs Herz, ich werde weiter kämpfen. Ich bewahre, was ich habe. Ich vergesse, was mir wehtat. Ich kämpfe für das, was ich will. Ich schätze, was ich habe. Das ganze Leben warten wir auf etwas. Doch das Einzige, was an uns vorbeizieht, ist unser Leben. Wir schätzen die wunderbaren Momente erst, wenn sie zu Erinnerungen werden. Ich tanze im Regen und genieße jeden Tropfen, der auf mein Gesicht fällt. Die Leute verstecken sich unter ihren Schirmen und schlendern durch die Straßen. Und endlich begreife ich es. Es kommt der Zeitpunkt in meinem Leben, an dem ich es geschafft haben werde, dass es mich nicht kümmert, was andere über mich sagen oder denken.
    An dieser Stelle erfährt man, dass es manche Menschen einfach nicht lassen können und in Versuchung kommen, Neugier, Intrige, Neid und Hass zu vermitteln. Was diese Menschen jedoch nicht wissen, dass es mich gar nicht stört, wie sie über mich urteilen. Denn ich habe es geschafft, sie nicht wichtig werden zu lassen. Irgendwann kommt der Tag, wo all das auf sie zurückkommt. Deshalb hebe ich keine Wut, keinen Hass und keine Trauer. Es rächt sich alles im Leben, weil jeder irgendwann das bekommt, was er auch verdient.
    Und dann diese rote Tür. Es ist die rote Tür einer kleinen, verdreckten Kneipe. Blaue Wände, kleine Fenster und ein alter Musikautomat. Ich setze mich an die Bar. »Einen doppelten Whisky«, sage ich mit leiser Stimme. Der Typ an der Bar dreht sich zu mir, ein kalter Schauer läuft mir über den Rücken. Diese geheimnisvollen, unberechenbaren, eisblauen Augen, als wären sie nicht von dieser Welt. Ein kleines Funkeln in seinen Augen, in seinem Lächeln. Ein Gefühl der Faszination umgibt mich und für einen kurzen Moment, steht die Zeit still. Augen, die eine Geschichte erzählen, die viel geweint haben, vieles gesehen haben, vieles erlebt haben, gelacht haben und gelitten haben. Augen, die Geheimnisse bewahren.
    Mein Atem fühlt sich kalt und schwer an. Die kalten Regentropfen auf meiner Haut, die Holzplatten unter meinen Füßen, der harte Boden der Realität. Tausend Gedanken schießen mir durch den Kopf. Der erste Whisky, der zweite, der dritte. Ich sehe zu ihm, wie er sich bewegt, wie er redet, wie er lacht. Ein Tattoo am rechten Unterarm. Auf den ersten Blick erkenne ich es nicht, aber es sieht aus wie ein Engelsflügel. Was dieses Tattoo wohl bedeutet? Glauben? Segen? Oder bloß die Erkenntnis, dass auch Engel weinen? Eine Spiegelung seiner Taten, gezeichnet auf der Haut? Verewigt, mit feinsten Nadeln gestochen? Ein Symbol mit unvergesslicher Bedeutung? Ein Zeichen dafür, an das Gute im Menschen zu glauben? Eine Erinnerung, die unter die Haut geht? Oder doch bloß ein bedeutungsloses Tattoo? Er setzt sich an den Flügel. Dieser verträumte Blick, mit dem mich dieser geheimnisvolle Fremde verzaubert. Ich träume von einem einzigen Tanz, umschlungen Arm in Arm, auf diesem hölzernen Parkett. Er sitzt einfach da und spielt auf diesem lackschwarzen Flügel, auf diesem alten Klavier. Sanft schweben seine Finger über die weißen Elfenbeintasten. Ein magisches Gefühl durchfährt meinen Körper, sein Blick sagt mehr als tausend Worte. Still sitzt er da, die Augen geschlossen, verträumt.
    Wie verzaubert, durch eine magische Kraft, schreite ich zu ihm und setze mich, schließe die Augen. Einzelne Klänge nehme ich auf, meine Gedanken fliegen hin und her, glücklicher könnte mich dieser Fremde nicht machen. Langsam ertönten die letzten Klänge, wir öffnen die Augen, verträumt, lächelnd sieht er in meine Seele, streicht mir sanft, zärtlich übers Gesicht, nimmt meine Hand und küsst mich leidenschaftlich. Die Melodie spielt immer noch in unseren Adern, unter der Haut, Hitze, Lust, brodelndes Feuer durchfährt unsere Körper. Haut an Haut, ich spüre seinen schnellen, heißen Atem, alles ist neu, aber dennoch vertraut.
    Ein schnelles, kribbliges Gefühl gleitet in unseren Körpern, ein Feuerwerk bricht aus, es strahlt. Gemeinsam fliegen wir durch die Sternennacht, wie vom Winde verweht. Alles nur Einbildung? Tatsächlich. Ich sitze an der Bar, allein. Meine Haare tropfen auf den Tisch, die nassen Kleider lassen meinen Körper erfrieren. Und dann eine Wolldecke. Er, der Fremde mit den eisblauen Augen, bringt mir ein Handtuch und legt mir eine Wolldecke über die Schultern.
    »Du solltest dich ein wenig abtrocknen, sonst erfrierst du«, sagt er. Diese großen, weichen Hände, rabenschwarze Haare, ein Grübchen an der rechten Wange, ein strahlendes Lächeln. Ich blicke tief in seine Augen, einige Sekunden, bis ich merke, dass ich mich in ihnen verliere.


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