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Ich bin zu alt für diese Scheiße! 50 unglaubliche aber wahre Geschichten aus dem Leben eines Rettungssanitäters

Horst Heckendorn - Ich bin zu alt für diese Scheiße! 50 unglaubliche aber wahre Geschichten aus dem Leben eines RettungssanitätersHorst Heckendorn

Wie oft haben Sie sich beim Anblick eines mit Blaulicht und Martinshorn vorbeirasenden Rettungswagens schon gedacht: Was da wohl wieder passiert ist?
 
Horst Heckendorn ist ein altgedienter Rettungssanitäter mit über 25 Jahren Berufserfahrung.
Begleiten Sie ihn auf seinen haarsträubenden Einsätzen und erleben Sie hautnah mit, was es heißt, mittendrin zu sein.
 
Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der Rettungsszene und lernen Sie die Menschen kennen, die Tag für Tag mit der Verletzlichkeit des menschlichen Körpers und der Zerbrechlichkeit ihrer eigenen Seele konfrontiert werden.
 
Dabei geht es dem Autor nicht um pure Effekthascherei, sondern darum, einen möglichst realistischen Eindruck zu vermitteln.
Ein sicherlich schockierendes Buch, das aber auch mit viel Humor über den ganz normalen Wahnsinn berichtet, dem die Retter jeden Tag begegnen.

ISBN: 978-3-95509-061-6
Paperback
Buchformat: 14,8 x 21,0 cm
292 Seiten
Erschienen: 23.03.2015
Ab 12 Jahren
Artikelnummer: 3955090612
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  • Heckendorn, Horst- Ich bin zu alt für diese Scheiße! 50 unglaubliche aber wahre Geschichten aus dem Leben eines Rettungssanitäters

    Horst Heckendorn

    wurde am 03. Dezember 1966 als Horst-Werner Kurz in Heitersheim (D) geboren.
    Nach seiner Ausbildung zum examinierten Krankenpfleger landete er schliesslich als Zivildienstleistender im Rettungsdienst. Nach einem Vierteljahrhundert Tätigkeit in diesem Metier veröffentlichte er am 23.03. 2015 seine Memoiren aus 25 Jahren Rettungsdienst. Das Buch trägt den etwas unkonventionellen Titel: "Ich bin zu alt für diese Scheisse!" und beschreibt humorvoll aber schonungslos den oft haarsträubenden Alltag eines Rettungssanitäters mit all seinen Höhen und Tiefen.


    Horst Heckendorn: geschriebene Bücher:

    Ich bin zu alt für diese Scheiße! 50 unglaubliche aber wahre Geschichten aus dem Leben eines RettungssanitätersMan wird nicht jünger durch den Scheiß!
  • 1
     
    »Ich bin zu alt für diese Scheiße!« oder
    »Der ganz normale Wahnsinn!«

    26.1.2013
    Ein Tag, der mein ganzes bisheriges Leben verändern sollte. Es war der letzte Samstag im Januar dieses endlos erscheinenden Winters. Mein Kollege Christian und ich hatten wie üblich um 19.00 Uhr unseren Nachtdienst angetreten und rückten jetzt, um 21.08 Uhr, zu unserem ersten Notfalleinsatz an diesem Abend aus.
    Ein männlicher Anrufer hatte unserer Rettungsleitstelle gemeldet, dass seine Frau und sein Kind nicht mehr sprechen würden. Mehrere mögliche Szenarien zogen wie ein Film vor meinem geistigen Auge vorüber. Eine Vergiftung mit Kohlenmonoxid oder ein Suizid kamen infrage, aber auch ein zerebrales Ereignis, so nennt man eine Schädigung des Gehirns aufgrund mangelhafter Durchblutung, war nicht auszuschließen. Auf dem Weg zum Einsatzort meldete sich unsere Leitstelle erneut und der Kollege am Telefon sagte: »Ich schick‘ euch noch die Polizei. Irgendwie klingt das nach einer komischen Sache!«
     »Okay, alles klar!«, erwiderte ich nur knapp, ohne dass ich mir groß weitere Gedanken darüber machte, was genau er mit damit meinen könnte. Wenige Minuten später erreichten wir den Ort des Geschehens.
    Es handelte sich um ein frei stehendes älteres Einfamilienhaus in einer durchaus besseren Wohngegend. Christian, der in dieser Nacht kurzfristig für einen plötzlich erkrankten Kollegen eingesprungen war, stoppte den Rettungswagen (RTW) vor der besagten Adresse. Beim Aussteigen nahm ich im Augenwinkel wahr, wie ein Streifenwagen der Polizei ebenfalls in unsere Straße einbog, während ich den rund 20 kg schweren Notfallrucksack aus der Seitentür des RTW herauswuchtete.
    Während Christian zurückblieb, um noch weiteres Notfallequipment aus dem hinteren Teil des Rettungswagens zu holen, erreichte ich als Erster den Hauseingang. Ich ging die kleine Treppe bis zur Tür nach oben und drückte auf den Klingelknopf, wie ich das in 25 Jahren Rettungsdienst bereits unzählige Male an unzähligen Türen getan hatte. Die Tür des Hauses öffnete sich und ein älterer Mann, ich schätzte ihn spontan auf etwa Mitte 60, stand vor mir. Gleichzeitig streckte dieser nun seinen rechten Arm aus und ich blickte plötzlich in den Lauf einer Waffe, die er mir direkt mitten ins Gesicht hielt. Obwohl ich keine große Ahnung von Schusswaffen habe, war mir augenblicklich klar, dass es sich dabei wohl nicht um eine Spielzeugpistole handelte. Ab diesem Moment nahm ich alles um mich herum nur noch wie in Zeitlupe wahr.
    Ich sah, dass sich seine Lippen bewegten und er offenbar zu mir sprach, aber ich war wie betäubt und konnte nichts mehr hören. Wie gebannt starrte ich nur noch in den Lauf der Waffe vor meiner Nase. Mein einziger Gedanke in diesem Moment war Flucht. Ich musste hier weg. Instinktiv stellte ich den schweren Notfallrucksack zu Boden und drehte mich mit den Worten: »Ich komme gleich wieder«, langsam um. Jetzt bloß keine hektischen Bewegungen schoss es mir durch den Kopf.
    Vor mir lagen die definitiv längsten 8 - 10 Meter meines Lebens zurück in Richtung Rettungswagen. Zu keiner rationalen Entscheidung mehr fähig, hatte ich zu diesem Zeitpunkt mit meinem Leben bereits abgeschlossen. Mit dem Rücken zur Tür und dem Mann mit seiner Waffe in der Hand wartete ich auf den tödlichen Schuss, während mir auf dem Weg zum Deckung bietenden RTW die verschiedensten Dinge durch den Kopf gingen.
    Meine Frau würde jetzt wohl allein mit unserem erst vor kurzem gekauften Haus zurechtkommen müssen und die bereits gebuchten und bezahlten Thailandferien fallen jetzt leider auch ins Wasser. Verdammte Scheiße! Ich hatte mich doch schon so sehr darauf gefreut! Zwei Wochen lang nur Sonne, Strand und Palmen. Wirklich merkwürdig, was einem in einer solchen Situation so alles durch den Schädel geht. Zu allem Überfluss zogen sich das Ende des Weges und damit die schützende Deckung des Rettungswagens wie in einem billigen Horrorfilm auf einmal endlos in die Ferne. Obwohl bis zum Erreichen des RTW sicherlich nur wenige Sekunden vergangen waren, hatte ich das Gefühl, als wäre die Zeit stehen geblieben und ich eine Ewigkeit unterwegs gewesen. Als ich das Ende des Weges endlich erreicht hatte und um die Ecke des im wahrsten Sinne des Wortes ›Rettungswagens‹ bog, erblickte ich meinen Kollegen Christian mit zwei Polizisten lachend ins Gespräch vertieft. Die drei hatten vom RTW verdeckt von dem ganzen Vorfall bislang nichts mitbekommen. Kreidebleich unterbrach ich ihren Small Talk mit den Worten: »Hey, Jungs, der hat ’ne Waffe!!!«
     »Was?«, war die verblüffte Antwort.
    »Der hat ’ne Waffe!«, wiederholte ich eindringlich.
    Christian und ich gingen daraufhin hinter unserem RTW in Deckung, während die beiden Polizisten ihre Dienstwaffen zogen. Mit den Waffen im Anschlag näherten Sie sich langsam dem Haus.
    »Polizei! Waffe weg!«, rief einer der beiden.
    Der Alte stand noch immer in der Tür mit dem Revolver in der Hand und erwiderte: »Wer sind Sie denn, was wollen Sie von mir?«
    Offensichtlich war er nicht mehr ganz Herr seiner Sinne und konnte die Situation überhaupt nicht einordnen. Die beiden uniformierten und daher deutlich als solche zu erkennenden Polizisten wiederholten nun energisch ihre Aufforderung, er solle endlich die Waffe wegwerfen. Aber der Alte reagierte überhaupt nicht.
    Christian und ich rechneten fest damit, dass eine der beiden Parteien jetzt gleich das Feuer eröffnen würde, entweder der Alte oder die Polizei. In den USA würde er vermutlich schon längst, von mehreren Polizeikugeln durchsiebt, niedergestreckt auf dem Fußboden liegen. Hier jedoch ging die ›Debatte‹ in eine neue Runde.
    »Hier ist die Polizei. Werfen Sie verdammt noch mal endlich die Waffe weg, oder möchten Sie eine Kugel in den Bauch?!«, schrien ihn die beiden jungen und sichtlich nervösen Polizisten abwechselnd an. Dabei rückten die Beamten weiter vor und verschwanden schließlich aus unserem Blickfeld. Kurz darauf vernahmen Christian und ich in unserer Deckung kauernd, die polternden Geräusche eines Handgemenges und hörten den Alten lauthals protestieren.
    »Wer sind Sie? Lassen Sie mich los! Was machen Sie denn mit mir?!«
    Bei ihm rieselte der Kalk offensichtlich schon ganz gewaltig. Dann hörten wir einen der Polizisten in unsere Richtung rufen: »Ist gut, ihr könnt rauskommen!«
    Vorsichtig lugten Christian und ich aus unserer Deckung. Die beiden Polizisten hatten den Alten überwältigt und entwaffnet. Die Waffe, ein Trommelrevolver Kaliber 38, lag vollgeladen und mit gespanntem Abzug am Boden. Zum Glück litt der offensichtlich verwirrte Alte nicht auch noch unter Morbus Parkinson, denn bei dieser, auch als Schüttellähmung bekannten Krankheit, zittern die Hände des betroffenen unkontrolliert und er hätte mich sicherlich schon alleine deshalb, gewollt oder ungewollt, erschossen.
    Mit Handschellen auf dem Rücken gefesselt, führten die beiden Polizisten den Alten ins Wohnzimmer und setzten ihn dort in einen Sessel.
    »Schauen Sie nur, da sitzen sie und sagen keinen Ton mehr. Vielleicht hat jemand das Wasser vergiftet?«, sagte der alte Mann plötzlich und zeigte dabei mit seinem Kinn auf das ihm gegenüberstehende Sofa.
    Es war genauso menschenleer wie der Rest des Wohnzimmers. Jetzt war es wirklich offensichtlich: Dieser Mann war völlig verrückt! Inzwischen war ein Großaufgebot der Polizei eingetroffen und durchsuchte das ganze Haus vom Keller bis zum Dachboden.
    Doch außer uns bereits Anwesenden befand sich keine weitere Menschenseele mehr darin. Bei der polizeilichen Überprüfung stellte sich dann heraus, dass die Ehefrau unseres ›Patienten‹ schon seit mehreren Tagen stationär im Krankenhaus lag, und der längst erwachsene Sohn in einem Nachbarort wohnte. Zu meiner großen Überraschung und entgegen meiner ursprünglichen Vermutung war der Alte nicht etwa Mitte 60, sondern bereits 81(!) Jahre alt und litt wohl schon seit Jahren unter Demenz. Die Frage allerdings, warum ein verwirrter alter Mann über mehrere Tage allein in einem Haus lebt, willkürlich einen Notruf absetzen kann, und zu allem Überfluss auch noch eine geladene Waffe besitzt, konnte mir bis heute leider niemand zufriedenstellend beantworten. Um ein akutes medizinisches Problem als eventuelle Ursache für sein Verhalten auszuschließen, schlug ich vor, den Alten zur weiteren Abklärung ins nächstgelegene Krankenhaus zu bringen. Dort wurde aber außer der bereits bekannten Demenzerkrankung nichts weiter festgestellt.
    Schließlich wurde er noch in derselben Nacht in die Obhut seines Sohnes nach Hause entlassen. Da es sich hier ja offensichtlich ›nur‹ um einen kranken und verwirrten alten Mann handelte, der juristisch nicht zurechnungsfähig war und daher für sein Tun auch nicht belangt werden konnte, hatte die ganze Angelegenheit für ihn keine weiteren Konsequenzen.
    Für mich hingegen schon. Ich fühlte mich nach diesem Einsatz tagelang wie in Watte gepackt und unter einer großen Käseglocke von der Außenwelt abgeschnitten. Meine Gedanken kreisten immer und immer wieder um diesen Vorfall und ich war einfach nicht mehr derselbe Mensch wie zuvor.
     Ständig wurde ich von sogenannten Flashbacks heimgesucht und sah im Geiste immer wieder, wie in Zeitlupe, diese Tür aufgehen und mich in den Lauf der Waffe blicken. Die ganze Zeit über versuchte ich mir einzureden, dass ja alles gut gegangen und schließlich niemand zu Schaden gekommen sei, aber es half alles nichts. Ich bekam den Alten einfach nicht mehr aus meinem Kopf und fand auch sonst keine Ruhe mehr. In 25 Jahren Rettungsdienst, immer an vorderster Front, hatte ich viele haarsträubende Dinge gesehen und so manche gefährliche Situation erlebt. Ich kannte alle Aggregatzustände des menschlichen Körpers, ganz egal, ob fest, flüssig oder gasförmig, aber das mir jemand so unvermittelt eine geladene und schussbereite tödliche Waffe direkt mitten ins Gesicht hielt, war auch für mich eine zutiefst traumatisierende und extrem belastende neue Erfahrung.
    Niemals hätte ich meine Arbeit im Rettungsdienst gegen einen gewöhnlichen Montag bis Freitag Job eintauschen wollen, wo ich schon am Montagmorgen wusste, was mich am Freitagnachmittag erwarten würde. Gerade eben nicht zu wissen, was einen erwartet, war und ist das spannende Element an der Arbeit im Rettungsdienst. Aber genau diese Tatsache stresste mich nun völlig. Meine gesamte Souveränität, die auf Wissen, Erfahrung und Selbstvertrauen basierte, war komplett dahin. Ich hatte Angst vor jedem Einsatz und traute mir selbst nichts mehr zu. Hinzu kam die ernüchternde Erkenntnis, dass, wenn mich der alte Mann in dieser Nacht tatsächlich erschossen hätte, ich wohl den sinnlosesten aller Tode gestorben wäre. Der ganze Einsatz war ja nur dem kranken Gehirn und der kruden Fantasie eines geistig verwirrten alten Mannes entsprungen.
    Ich bin mir immer der Endlichkeit meines Daseins und auch der Gefahren bewusst gewesen, die mein Job nun einmal mit sich bringt. Letzten Endes konnte jede Einsatzfahrt mit Blaulicht und Martinshorn die letzte sein, aber in diesem ganz speziellen Fall, wäre ich wirklich für absolut nichts und niemanden gestorben oder bestenfalls ›nur‹ schwer verletzt worden. Die totale Sinnlosigkeit dieser ganzen Aktion ließ mich auch generell am Sinn des Lebens (ver)zweifeln und mein gesamtes Weltbild geriet aus den Fugen. Ich war nicht mehr lustig. Ich war auch nicht traurig. Ich war einfach gar nichts mehr. Ich hatte mich irgendwie im irgendwo selbst verloren. Bislang galt ich immer als fröhlicher und ausgeglichener Berufsoptimist, den nichts und niemanden erschüttern konnte. Jetzt war es so weit. Ein 81 Jahre alter geistig verwirrter Greis hatte es geschafft, mir den Stecker zu ziehen. Ich hätte mir lieber beide Beine gebrochen, als mich in diesem Zustand zu befinden, in dem ich mich gerade befand. Meine daraufhin fast schon verzweifelten und paranoiden Versuche, komplett die Branche zu wechseln, wurden leider auch nicht von Erfolg gekrönt, sondern ich musste zusätzlich noch die Erfahrung machen, dass man mit 47 Jahren auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr sehr gefragt ist.
    Letzten Endes musste ich meiner Frau und meinem Chef versprechen, endlich professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Nach mehreren Sitzungen Psychotherapie und dank der Hilfe und Unterstützung von Freunden, Kollegen und Familie, habe ich inzwischen gelernt, mit der Situation umzugehen; aber ich werde wohl nie wieder in meinem ganzen Leben ohne Herzklopfen an fremden Türen klingeln.
    Die Ferien in Thailand fanden jetzt natürlich erst recht statt und waren im Nachhinein wohl meine Rettung.
    In Bangkok stand ich eines Abends ganz allein auf der Dachterrasse des Rembrandt Hotels im 26. Stock und genoss den atemberaubenden und spektakulären Ausblick auf die nächtliche Skyline der Stadt. Ich sog die Geräusche und Gerüche dieser Multimillionen Metropole in mir auf und fühlte mich plötzlich wie ein Teil von ihr. In diesem Moment hatte ich so etwas wie eine Erleuchtung und es durchfuhr mich ein Gedanke: »Es gibt hier mindestens 10 Millionen Menschen, die mit Sicherheit weit größere Probleme haben als ich, und von so einem verwirrten alten Sack, lasse ich mir mein Leben nicht kaputt machen.«
    Dann nahm ich im Geiste mein ganzes Paket an negativen Gedanken und Gefühlen und warf es über die Brüstung der Dachterrasse in die Tiefe. Was sich für Außenstehende jetzt vielleicht völlig banal und belanglos anhören mag, war für mich in Wirklichkeit ein echtes Schlüsselerlebnis, denn ich verließ den Ort mit einem Gefühl der Befreiung. Mit dem Lift fuhr ich anschließend zurück in mein Hotelzimmer, aber genau genommen fuhr ich zurück in mein Leben. Nach der Rückkehr aus den Ferien war ich fast wieder ganz der Alte. Inzwischen sehe ich das Ganze sogar eher positiv, denn durch dieses Erlebnis bin ich gezwungenermaßen auf die Bremse getreten und habe damit begonnen, über viele Dinge in meinem bisherigen Leben nachzudenken. Auch dieses Buch ist ein Teil dieses Prozesses.
    Mittlerweile habe ich beruflich und privat einige Korrekturen vorgenommen, die vielleicht für diejenigen, die mich schon länger kennen, nicht immer unbedingt nachvollziehbar sind, aber für mich persönlich eine echte Verbesserung meiner Lebensqualität darstellen. Meine Lebensfreude und Souveränität sind zurückgekehrt und ich arbeite auch weiterhin im Rettungsdienst. Aber glauben Sie mir, immer dann, wenn mir zum Beispiel am Wochenende mal wieder ein besoffener Teenager seinen halb verdauten Döner mit Wodka Red Bull über die Füße kotzt, denke ich ganz tief in meinem Innersten: »Ich bin zu alt für diese Scheiße!«


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Rezensionen und Presseberichte zum Buch - Ich bin zu alt für diese Scheiße! 50 unglaubliche aber wahre Geschichten aus dem Leben eines Rettungssanitäters

Rezension bei Amazon

Endlich ein Buch ohne Schnörkel

23. April 2015

Von Matthias Lombardo

Dieses Buch beschreibt den Alltag des Rettungssanitäters hautnah. Auch Menschen die nicht in diesem Metier zugange sind verstehen und fühlen es. Es ist eben für Jedermann geschrieben und bringt wohl auch so manchen Rettungsrambo auf den Boden der Tatsachen und das wesentliche zurück. Wir sind alle Menschen!!! Die Retter wie die geretteten. Diese Buch zeigt aber auch die Situation unserer Gesellschaft auf und regt zum Nachdenken an. Alles in allem viel Witz gepaart mit Emotionen. Ich war beim lesen oft den Tränen nahe. Mal vor Lachen mal aus Gerührtheit. Alles in Allem das gelungenste Buch aus diesem Metier. Bravo!!!! Beste Empfehlung




Rezension bei Amazon

Buch von einem Sanitäter für Menschen

Von Sara Pfotzer

am 30. April 2015

Man merkt diesem Buch an, das es nicht von einem professionellen Autor geschrieben wurde. Das schadet diesem Werk aber keineswegs, im Gegenteil. Die Authentizität tropft förmlich aus den Seiten, ähnlich wie Blut, Schweiss und andere unappetitlichere Körperflüssigkeiten. Gewiss sind die Geschichten auch für einen Rettungsdienstler nicht unbedingt purer Alltag, aber mal ehrlich? Wer will das denn lesen? Leute mit Schlafstörungen?

Hier findet sich ein Sammelsurium Kuriositäten, Skurrilitäten und Horrorszenarien wie sie nur das Leben schreibt. Nicht nur spannend zu lesen was alles so passieren kann und zwar nicht irgendwo, sondern bei uns zu Hause, auf dem Weg zur Arbeit oder beim Nachbarn. Zusätzlich zu diesen unterhaltsamen Geschichten befindet man sich aber im Kopf eines der Beteiligten und bekommt zumindest eine Ahnung davon wie sich solche echten Extremsituationen auf einen auswirken können.

Dieses Buch ist eine Abrechnung mit einem Beruf der einem manchmal mehr abverlangt als man ertragen kann. Sie zeigt aber auch wie man damit fertig wird ohne den Humor zu verlieren. Das ist sogar ganz erstaunlich, wie oft ich beim lesen laut lachen musste, obwohl ich selten auf so wenigen Seiten so viel schreckliches präsentiert bekommen habe. Der Autor schwankt zwischen einer nüchternen Kaltschnäuzigkeit und bitterbösen schwarzen Humor.

Für mich war das Lesen ein Genuss unterbrochen von vielen Lachern. Manchmal erschaudert man, manchmal schüttelt man den Kopf und auch das eine oder andere Mal möchte man lieber nicht so genau darüber nachdenken WAS da eben geschildert wurde, man fröstelt so schon. Aber keine zwei Minuten später schmunzelt man schon wieder oder lacht aus vollem Herzen.

Für mich neben dem ganzen Lachen und kurzweiligen Lesen war das schönste die ungebrochene Lebensfreude zu spüren. Hier wird das Leben bejaht gerade im Wissen darum wie endlich und kurz unser Dasein doch sein kann.



Rezension bei Amazon

Gelungen

Von Maria- Rosa M.

am 8. Mai 2015

Ich habe das Buch verschlungen. Es gibt Augenblicke die kann man nicht beschreiben. Sie sind unmöglich aber Wirklichkeit. In Deinem Beruf bist Du dieser Wirklichkeit ausgesetzt. Aber gerade dies macht deinen Beruf so interessant. Wir alle können glücklich sein, dass es euch gibt. Ich sehs ja, was alles um mich rum passiert. Das Buch ist Super geschrieben und spannend. Was mir besonders gefallen hat: Du hast mit mir geprochen und bestimmte Fragen gestellt. Viele nehmen es für selbstverständlich, aber jeder muss auch etwas beitragen. Super gut gemacht. Mein Kompliment. Bravo