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Geliebtes weites Land

Christine Grimm - Geliebtes weites LandChristine Grimm

Nach der Trennung von ihrem Verlobten will Elisabeth Winters so weit wie möglich fort. Der Küstenort Weidenbrok - an der Nordsee gelegen und viele hundert Kilometer von ihrer schwäbischen Heimat entfernt - scheint da genau richtig.

Kaum angekommen trifft sie auf Stine Lüdersen, genannt die Deichgräfin.
Gestütsbesitzerin, unfreundlich gegen jedermann, jähzornig - ein regelrecht grober Klotz und das genaue Gegenteil zu der sensiblen Elisabeth.
Verschiedene Welten prallen aufeinander - Konflikte sind vorprogrammiert. Es kommt zu Auseinandersetzungen, bei denen Elisabeth nur verlieren kann.
Doch nach und nach gelingt es ihr, hinter Stines raue Schale zu blicken und tiefer in das vielschichtige Wesen der anderen einzudringen. Und dort ist keineswegs alles immer so, wie es scheint.
Ein ungelöstes Rätsel umgibt die geheimnisvolle Gestütschefin.
Kann Elisabeth dieses Rätsel lösen?

ISBN: 978-3-95509-025-8
Paperback
Buchformat: 14,8 x 21,0 cm
344 Seiten
Erschienen: 1.11.2013
Ab 12 Jahren
Artikelnummer: 3955090256
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  • Grimm, Christine- Geliebtes weites Land

    Grimm, Christine

    Seit frühester Kindheit von Pferden umgeben....

    Sie stammt aus einer Familie von  Reitern  und  Pferdefreunden. Deshalb war sie schon früh von  den  großen  und sanften Tieren fasziniert. Auch die Liebe zu den Büchern ist  ihr  beizeiten "in die Wiege gelegt" worden. Da  war es  nur noch  ein winziger Schritt zum "Selber-Schreiben". Seit  vielen  Jahren  schon  schreibt sie Erzählungen und Romane, die in  Reiterkreisen  spielen.  Die Inspiration dazu liefert ihr das tägliche Leben - gewürzt  mit einer Prise Fantasie.

  • Ein schreckliches Erlebnis

    Wie es Frau Pohlmann vorausgesagt hatte: Am nächsten Morgen schien die Sonne vom strahlend blauen Spätsommerhimmel.
    Elisabeth packte hastig ihre Staffelei und die Farben zusammen, während sie vergnügt vor sich hinträllerte.
    In der Küche ließ sie sich belegte Brote richten, denn sie hatte nicht vor, zum Mittagessen in die Pension zu kommen.
    Die Sonne stand noch nicht sehr hoch, als sie den kleinen Teich erreichte. Elisabeth baute rasch ihre Utensilien auf, aber leider waren die Lichtverhältnisse noch nicht besonders günstig, der Teich lag im Schatten. Eine halbe Stunde würde sie noch warten müssen. Doch Elisabeth war darüber nicht böse, im Gegenteil. So hatte sie wenigstens Zeit, den Frieden, den dieses idyllische Plätzchen ausstrahlte, zu genießen. Sie zog die Sandalen aus und krempelte die Hosenbeine hoch und tauchte die Füße in das klare, kühle Wasser. Genussvoll streckte sie sich im Gras aus, wobei sie gar kein schlechtes Gewissen mehr empfand. Wem immer auch dieser Teich gehörte, er käme jetzt ganz sicher nicht.
    Während sie noch so mit geschlossenen Augen dalag, eilten ihre Gedanken, ehe sie es sich versah, zu jenem fremden Mädchen, dem sie vor ein paar Tagen begegnet war. Bestimmt wohnte sie außerhalb des Dorfes, denn sonst hätte sie Elisabeth sicher schon gesehen ...
    Bald darauf begann sie, die Landschaft mit einfachen Linien zu skizzieren. Sie war so vertieft in ihre Arbeit, dass sie gar nicht mehr auf ihre Umwelt achtete. Und so vernahm sie auch nicht das leise Geräusch von gedämpftem Hufschlag.
    Erst als eine scharfe Stimme an ihr Ohr drang: »Was zum Teufel tun Sie da?«, schreckte sie hoch und sah sich jenem fremden Mädchen auf dem Schimmel gegenüber.
    Elisabeths Herz schlug höher. Endlich begegnete sie der Unbekannten einmal. Sie wollte etwas entgegnen, aber ihr blieben die Worte im Halse stecken, als sie den zornigen, ja geradezu gehässigen Ausdruck auf dem Gesicht der Reiterin sah. Dazu hielt sie die Reitpeitsche mit einer drohenden Gebärde in der geballten Faust.
    Als Elisabeth keine Antwort gab, sondern nur dastand und die andere hilflos ansah, fragte diese mit funkelnden Augen: »Ich habe Sie etwas gefragt! Sind Sie stumm?«
    Die Fremde sprach im harten Dialekt der Küstenbewohner, doch ein seltsam vertrauter Tonfall war aus ihrer Stimme herauszuhören, das registrierte Elisabeth trotz der drohenden Gefahr, die da sozusagen auf hohem Ross vor ihr stand.
    »Ich ... ich male ...«, entgegnete sie schließlich und bemühte sich, ihrer Stimme einen sicheren Klang zu geben, was ihr ihrer Meinung nach auch ganz gut gelang. Welches Recht hatte die andere, sie einfach einzuschüchtern?
    »Dann tun Sie das gefälligst woanders und nicht auf meinem Grund und Boden!«, schrie das fremde Mädchen, während ihre Augen in glühendem Zorn loderten.
    Elisabeth bekam es jetzt tatsächlich mit der Angst zu tun. Wer wusste denn, was der anderen alles einfiele? Vielleicht war sie ja verrückt?
    »Ich hatte ja keine Ahnung, dass Ihnen dieser Teich gehört«, versuchte sich Elisabeth zu verteidigen, aber es war ein recht kläglicher Versuch, der sofort zum Scheitern verurteilt war. Denn jetzt schwang sich das zornige Mädchen aus dem Sattel und rannte auf Elisabeth zu ... und ehe sie es sich versah, lag sie auch schon auf der Erde! Das fremde Mädchen hatte ihr einen ordentlichen Stoß versetzt. Elisabeth war viel zu erschrocken, um sich zu wehren oder Schmerzen zu empfinden. Darauf war sie nicht gefasst. Die andere hob die Hand, welche die Reitpeitsche hielt ... Elisabeth ahnte ihre Absicht und hob instinktiv ihren Arm, um sich vor dem Hieb zu schützen ...
    Da durchfuhr ein stechender Schmerz ihre Hand. Sie zuckte zusammen und biss sich krampfhaft auf die Lippen, um nicht laut aufzuschreien.
    »Hauen Sie ab!« Das Mädchen hatte die Beherrschung völlig verloren. »Sie haben hier nichts zu suchen! Bei Gott, ich schlage jeden tot, der ohne Erlaubnis meinen Boden betritt!« Elisabeth glaubte an einen Albtraum. Das konnte doch nicht wahr sein! Wachte sie denn nicht bald auf? Doch der blutige Striemen auf ihrem rechten Handrücken sagte ihr allzu deutlich, dass sie nicht träumte.
    In Windeseile packte sie ihre Sachen zusammen und flüchtete, ohne sich noch einmal umzudrehen, auf die nahe Chaussee, die nach Weidenbrok führte.
    Wurde sie auch nicht verfolgt? Drang da nicht das Geräusch von galoppierenden Pferdehufen an ihr Ohr? Nein, das war wohl ihr eigener Herzschlag, der ihr in den Ohren dröhnte. Mit keuchendem Atem rannte sie die Landstraße entlang. Die zusammengeklappte Staffelei schlug ihr in regelmäßigen Abständen gegen die Beine, aber sie achtete nicht darauf. Fort, nur fort, war der einzige Gedanke, der sie beherrschte.
    Sie war das lange Laufen nicht gewöhnt, bald meldeten sich schmerzhafte Seitenstiche. Wenn sie nur nicht hinterherkam! Zu Pferde musste sie Elisabeth bald eingeholt haben ... Endlich, endlich tauchten die ersten Häuser des Dorfes vor ihr auf. Es war ihr wie eine Ewigkeit vorgekommen und doch hatte es in Wirklichkeit nicht länger als eine Viertelstunde gedauert.
    Elisabeth kamen vor Erleichterung die Tränen, als sie den Garten der Pension erreichte. Jetzt nur schnell und vor allen Dingen unbemerkt ihr Zimmer aufsuchen.
    Aber leider wurde daraus nichts. Frau Pohlmann, die sich Unkraut jätend über ein Beet gebückt hatte, sah auf, als sie die hastigen Schritte auf dem Gartenweg vernahm.
    »O Herr im Himmel!«, stieß sie erschrocken bei Elisabeths Anblick hervor. »Was ist denn passiert? Ihre Hand blutet ja und die schöne Bluse ist voller Grasflecken! Hatten Sie einen Unfall?«
    Elisabeth wollte abwehrend den Kopf schütteln, aber eine neue Tränenflut hinderte sie daran. »Nun kommen Sie erst mal mit!«, bestimmte die korpulente Frau resolut. »Als Erstes verarzten wir Ihre Hand ... ach, und Ihr Gesicht ist ja ganz zerkratzt ... und dann erzählen Sie mir in aller Ruhe, was geschehen ist, ja? Ach, Kindchen, nun weinen Sie man nich‘, so schlimm wird´s ja man nich‘ gewesen sein.«
    Diese ungewohnt mütterlichen Worte waren Balsam für Elisabeths waidwunde Seele. Widerstandslos ließ sie es zu, dass Frau Pohlmann sie in die Küche führte und auf einen Holzschemel niederdrückte.
    Und als alle Wunden behandelt waren, da hatte sich Elisabeth wieder soweit beruhigt, dass sie bruchstückhaft erzählen konnte: »Ich saß nur da ... und habe gemalt. An nichts Böses dachte ich, und da ...« Wieder wurde sie von Schluchzen geschüttelt, als sie an das Erlebte dachte. »Da kam sie an, wieder auf dem Schimmel, genau wie damals ...«
    Frau Pohlmann schien zu wissen, wer gemeint war. Jedenfalls seufzte sie tief und meinte: »Sie sind mit der jungen Deichgräfin zusammengetroffen, das hätte ich mir fast denken können.
    Elisabeth riss erstaunt die Augen auf. »Nein ... es war das Mädchen auf dem Pferd, Fräulein Lüdersen oder wie sie heißt. Sie haben es doch neulich selbst gesagt.«
    Lächelnd legte Frau Pohlmann ihre riesige Hand auf die schmale von Elisabeth. »Sie haben ja recht«, meinte sie. »Fräulein Lüdersen und die junge Deichgräfin sind ein und dieselbe Person.«


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