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Kaskaden meines Lebens

Gabriele Susman - Franz Susman - Kaskaden meines LebensGabriele Susman - Franz Susman

In Ihrem Buch schreibt Gabriele Susman über ihr Leben und die gemeinsame Zeit mit ihrem Mann, Franz  Susman.

Geboren wurde Franz Susman 1927 in Slowenien und widmete sein Leben schon früh der Philosophie und der Suche nach ganzheitlichem Denken und Leben, dem Einklang des Physischen mit dem Geistigen.
Als Gabriele Susman den promovierten Kirchenhistoriker 1975 kennenlernte, erlebte sie durch ihn eine schier umwälzende Erweiterung ihres Weltbildes.

Seine Lehren und Erkenntnisse sind dabei gültig bis heute und aktuell wie nie.
Einst belächelt, setzt sich unter anderem die vegetarische Ernährung heutzutage als modern und sogar erstrebenswert immer mehr durch.

Durchsetzt von zahlreichen Auszügen von Büchern, Essays und schriftlichen Dokumenten ihres Mannes, leitet Gabriele Susman den Leser in Erfahrungswerte und Erkenntnisse, die nicht als verklärte Esoterik abgetan werden können.

ISBN: 978-3-95509-060-9
Paperback
Buchformat: 14,8 x 21,0 cm
144 Seiten
Erschienen: 10.03.2015
Ab 12 Jahren
Artikelnummer: 3955090604
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Preis: 11.90 EUR

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  • Susman, Gabriele- Kaskaden meines Lebens

    Susman, Gabriele

    Ich lernte Dr. Franz Susman 1975 kennen. Langsam erst erschloss sich mir seine Biografie, die für mich sehr ungewöhnlich war. Er war von Geburt Slowene und wuchs in der Nähe der Hauptstadt, Ljubljana, auf. Sein Elternhaus war bäuerlich katholisch ausgerichtet. Er liebte die Natur, die Tiere, das einfache Leben. Aus diesen Wurzeln schöpfte er Kraft für seinen weiteren Werdegang.
    Ich kam aus einem Elternhaus, das von der Nachkriegszeit geprägt war und sich in das Deutschland der 50er- und 60er-Jahre hinein entwickelte. Mein eher kleinbürgerlicher Blickwinkel weitete sich, als ich Franz begegnete und von ihm erfuhr, was er durchlebt hatte.
    1980 heirateten wir und begleiteten einander auf unserem Lebensweg.
    Ich blicke voller Dankbarkeit auf diese gemeinsame Zeit, in der ich vieles erfahren und erleben durfte, was meinen Horizont erweiterte und mich die Welt mit neuen Augen sehen ließ.

     

     

  • Mein Leben
    Erinnerungen und ein Vermächtnis

    Im Jahre 1947 wurde ich in Siegburg geboren. Meine Eltern hatten im Juni geheiratet, damit ich den Familiennamen bekam. Ich war ein Wunschkind.
    Mein Vater Albert kam erst 1946 aus der englischen Gefangenschaft. Er war bei der Infanterie und erlebte sowohl den Krieg an der Westfront als auch an der Ostfront. Wie durch ein Wunder entging er der Schlacht von Stalingrad, sonst wäre ich nicht geboren worden.
    Meine Mutter Sieglinde wurde mit ihrer Familie 1944 in Bochum ausgebombt. Ihre Eltern, das heißt ihr Vater mit der Stiefmutter, gingen nach Detmold und bekamen dort eine möblierte Wohnung zugeteilt. Meine Mutter ging zur Flak und »diente dem Vaterland«, so wie sie es damals verstand. 1945 bekam sie ihr erstes Engagement am Siegburger Theater. Dort lernte sie 1946 meinen Vater kennen.
    Beide waren kriegsmüde und freuten sich auf den Frieden. Ihre Ehe, das neugeborene Kind – es sollte ein neuer Anfang werden.

    Doch das Kind war fordernd: Es schrie jede Nacht, wenn die beiden Eltern von der Vorstellung kamen und todmüde ins Bett fielen. Es war schwierig. Dem Kind fehlte die Nestwärme und die jungen Eltern waren genervt. Sie brauchten ihre Kraft für die Karriere.
    So wurde eine Kinderfrau für die Stunden der Theaterarbeit gesucht, die das Baby versorgte. Diese tat das mit viel Liebe, denn sie selbst hatte einen Säugling verloren.
    Wann immer sie Zeit hatte, kümmerte sich auch Mutter um mich. So wuchs und gedieh ich.
    Siegburg Waldstraße wurde mein erstes Zuhause.
    Ehe ich drei Jahre alt war, mussten wir von Siegburg fort. Das Theater wurde zum Musiktheater, und für meine Eltern gab es kein Engagement mehr.
    Ich erlebte die Not meiner Mutter, und eine Traurigkeit legte sich auf meine junge Seele. Was sollte geschehen? Wo sollten wir hin? Ich spürte die Existenzangst meiner Mutter.
    Mein Vater hatte schnell wieder einen Platz an einem anderen Theater. Aber meine Mutter wusste nicht, wohin sie sich wenden sollte.
    »Geh doch erst mal zu meinen Eltern nach Köln!«, war sein Rat. Und das tat meine Mutter. Sie nahm ihr Kind und ging zu den Schwiegereltern. Kein leichter Gang für sie.
    Zwar wurde sie aufgenommen und konnte dort wohnen und auch für ihr Kind wurde gesorgt, aber sie vermisste Wärme und Herzlichkeit. Sie suchte sich Arbeit und fand sie auch, aber nicht in dem Bereich, den sie liebte: dem Theater.
    Sie kehrte zu ihrem Pflichtberuf zurück: Kaufmännische Angestellte hatte sie gelernt. Das war die Forderung ihres Vaters gewesen: Sie sollte einen anständigen Beruf erlernen.
    Nun verdiente sie ihren Unterhalt für sich und ihr Kind pflichtgemäß.
    Ich wurde von meinen Großeltern betreut.

    Im Hause der Großeltern, die in einer sehr großen Mietwohnung in Ehrenfeld lebten, gab es viele Zimmer und viele Bewohner. Da waren die Großeltern, Willy und Maria, dann ihre Tochter Maria, ihr Sohn Willi, der aus russischer Kriegsgefangenschaft gerade heimgekehrt war und mein Patenonkel wurde, und die Schwester meiner Oma, Tante Gretchen. Und am Abend kam dann meine Mutter von der Arbeit und wohnte auch dort.
    Mein Vater bekam dann ein Engagement in Remscheid. Es lag circa 35 Kilometer entfernt von Köln, und meine Mutter zog zu ihm. Sie hausten in einem kleinen Mansardenzimmer, aber sie waren zusammen. Meine Mutter suchte sich eine Stelle in einer kleinen Firma, die mit Werkzeugen handelte. Und mein Vater genoss das Künstlerleben.

    Auch wenn ihrer beider Leben nicht zusammenpasste, so konnten es die beiden doch miteinander aushalten. Am Wochenende wollte meine Mutter, dass ich zu ihnen käme. Ich wurde dann von meiner Tante oder meiner Oma in Köln in den Bus gesetzt und fuhr bis Remscheid, wo mich meine Mutter abholte. Das ging Woche um Woche so. Der Sonntag gehörte der Familie. Ich war nun drei Jahre alt.

    Eines Tages geschah es, dass meine Mutter nicht an der Haltestelle war, wo ich aussteigen sollte. Panik ergriff mich. Was sollte ich tun? Aber ein Busbegleiter fragte mich, ob ich wüsste, wo meine Mutter arbeitete. Ich wusste es zum Glück, und er brachte mich dorthin. Ich wartete auf meine Mutter und konnte ihr nicht verzeihen, dass sie nicht da gewesen war. »Warum hast du mich nicht abgeholt?«, fragte ich wieder und wieder. Und auch wenn sie mir erklärte, dass sie dem falschen Bus nachgeeilt wäre, dann blieb meine Frage stereotyp: »Aber warum hast du mich nicht abgeholt?« Ich war ja erst drei Jahre alt.

    In Köln ging ich dann in den Kindergarten, der mir gefiel, weil dort auch meine Cousins waren. Nach dem Kindergarten war ich bei meinen Großeltern, die sehr lieb zu mir waren. Besonders der Großvater konnte gut mit kleinen Kindern umgehen und sich an ihrer Unbefangenheit erfreuen. Er spielte immer das Spiel ›Schweinchen‹ mit uns, denn auch die Cousins kamen oft zu Besuch. Mittags, wenn wir gegessen hatten, legte sich Großvater aufs Sofa und machte sein Mittagsschläfchen. Ich legte mich oft dazu, um seine Wärme zu spüren. Seine liebevolle Art lud meine seelische Batterie auf, denn ich vermisste meine Eltern sehr. Großmutter konnte gut erzählen, und sie erklärte mir vieles. Und dann war da ja Tante Gretchen, die Schwester meiner Oma. Auch sie kümmerte sich liebevoll um mich, sang am Abend Lieder mit mir und erzählte mir viel. Noch bevor ich von Köln fortzog, starb Tante Gretchen. Sie war lange krank, und ich spürte, dass sie nicht mehr gesund werden würde. Oft saß ich an ihrem Bett aber nie lange, weil sie kaum noch Kraft hatte. Und dann hieß es: »Sie ist gestorben.«
    »Wo ist sie jetzt?«, wollte ich wissen.
    »Im Himmel«, erklärte mir meine Oma.
    »Wo ist der Himmel?«, fragte ich.
    Die Erwachsenen wussten keine Antwort. Dann wollte ich in das Zimmer, in dem Tante Gretchen aufgebahrt war. Zuerst ließ man mich nicht. Ich sei noch zu klein. Aber dann bat ich so lange, sie sehen zu dürfen, dass man nachgab. Ich tat einen Blick in das Zimmer, wo ich die Tote sah. Aber ich wollte nicht hineingehen. Ich fuhr zurück und schloss die Tür.
    »Ist das der Himmel?«, fragte ich ungläubig meine Oma. Was sie geantwortet hat, weiß ich heute nicht mehr.
    Das war mein erstes Erlebnis mit dem Tod. Und es prägte mich. Der Tod war für mich unheimlich und voller Fragen  ..


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Rezensionen und Presseberichte zum Buch - Kaskaden meines Lebens

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Welche Schritte führen den Menschen heraus aus dem Kreislauf des Leids?

Von Regina Rau am 5. April 2015

Hinter diesem fast unscheinbaren Titel verbirgt sich große verlorene Weisheit und das Wissen, wie der Mensch sein Seelenheil, Gesundheit, Vitalität und die innere Verbindung zur Schöpfung wiederfinden kann...
In diesem unglaublich angenehm zu lesenden Buch beschreibt Gabriele Susman auf spannende Weise nicht nur ihren eigenen Weg zur Spiritualität und zu einem mitfühlenden, gewaltfreien Leben - sondern auch den ihres Mannes (Franz Susman, Kirchenhistoriker). Darüber hinaus schafft sie es spielerisch, in diesem Buch eine Essenz vom Lebenswerk ihres Mannes zu vermitteln, die der Menschheit auf klare und undogmatische Weise den Weg aus ihrer Misere aufzeigt! Dem Leser wird leicht klar, dass eine mitfühlende, pflanzliche Lebensweise und ein Leben mit der Freiwirtschaft zu einem positiven Lebensecho führt - und nicht nur die Menschen einander wieder näher bringt, sondern den Menschen der Natur, den Tieren und den tieferen Zusammenhängen des Lebens überhaupt! Was in den meisten Lösungsansätzen vieler Autoren zuletzt eher wie eine Fata Morgana erscheint, zeigt sich im Buch von Gabriele Susman als ein wichtiger Schritt für die Menschheit, der ohne Zweifel den Menschen und somit die von ihm unterdrückten Geschöpfe aus ihrer Gefangenschaft im ewigen Rad des Leides befreien kann - und eines Tages auch wird!